Natur & Umwelt

Dinkel und Dinkelspelz

Bereits vor über 5000 Jahren war der Dinkel als Pflanze bekannt. Ursprünglich aus Südasien, ist er eigentllich die Ur-Form des Weizens. Bereits in der Steinzeit wurde Dinkel dort angebaut.

Dinkel verbreitete sich mit der Zeit bis in Mitteleuropa rein und war im Mittelalter die Hauptgetreideart der Alemannen, und blieb dies sogar bis ins 19. Jahrhundert.

Hochburg des Dinkelanbaus war dabei der südwesten Deutschlands. Städtenamen wie Dinkelsbühl und zahlreiche Stadtwappen, die Dinkelähren führen, zeugen von der Bedeutung des Dinkelanbaus.

Seit ein paar Jahren erlebt der Dinkelanbau eine Rennaissance. Insbesonder auf der Schwäbischen Alb, wird wieder verstärkt Dinkel angebaut.

Dinkel ist dabei anspruchsloser als z.B. Weizen und gedeiht auch auf kargen oder steinigen Böden. Dabei ist ein Düngemittel- und Pestizideinsatz praktisch gar nicht nötig. Leider ist aber der landwirtschaftliche Ertrag aus dem Anbau aus Dinkel geringer, da dieser eben auch nicht durch Dünger gesteigert werden kann.

Dinkel enthält wichtige Spurenelemente, Mineralien, Ballaststoffe und Vitamine. Seine Backeigenschaften sind vergleichbar mit dem Weizen.

Ein weiterer Nachteil des Dinkels und Hauptgrund, warum ihn der Weizen verdrängen konnte, ist aber der Dinkelspelz.. Im Gegensatz z.B. zum Weizen besitzt Dinkel einen festen Spelz. Das Getreidekorn ist darin eigentlich bestens gegen Umwelteinflüsse geschützt. Der Dinkelspelz umschließt das Korn allerdings wie ein Panzer. Durch normales Dreschen läßt sich das Dinkelkorn nicht vom Spelz befreien. Hierzu ist ein sehr aufwendiger Schälvorgang notwendig. Beim Weizen wird bereits im Mähdrescher das Weizenkorn vom Spelz getrennt – beim Dinkel ist ein spätere Schritt, dass sogennante Gerben.

Allerdings ist auch der Dinkelspelz ein wertvoller Rohstoff, der eigentlich viel zu Schade ist, um als Einstreu bei der Viehhaltung verwendet zu werden. So wird heute das Dinkelspelz – wie schon bei unseren Urahnen – auch als natürliche Kissenfüllung in Dinkelspelzkissen verwendet.

Auch bekannt ist der Dinkel in einer anderen Variante: als Grünkern oder Grünkorn. Der Grünkern ist nichts anderes als der im unreifen Zustand geerntete Dinkel. Insbesondere in Müslis wird der Grünkern gerne genommen.

Informationen zum Autor "warning24":
Bernfried Warning
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