Kinder & Familie

Wohnen ist Luxus

Wenn man darüber nachdenkt, ist das schlichte Wohnen eigentlich richtiger Luxus. Man hat seine eigenen vier Wände um sich herum und kann tun und lassen was man will. Wie schwer muss es da den Kindern in einem Kinderheim fallen. In der Regel teilen sie sich ein Zimmer mit einem Nachbarn, die Sanitärräume sind Gemeinschaftsduschen und es gibt auch nur ein großes Wohnzimmer. Privatsphäre gleich Null. Das ist freilich schade, jedoch die Kinder fühlen sich meist wohl in der Gemeinschaft. Sie erleben nicht nur die Gemeinschaft als Zweck sondern auch als Netz. Viele Probleme können so schon gelöst werden in einem Gespräch mit dem Zimmernachbarn. Es muss nicht immer eskalieren. Eigentlich können wir alle etwas lernen von den Kindern. Man muss nur andere Menschen an sich heranlassen, und es wird einem im Leben besser gehen. Selbst wenn man Abneigungen gegen Gemeinschaftsräume hat. Auf jedes Kind wird individuell eingegangen und es wird versucht, sie zu sozialisieren. Denn im weiteren Leben werden immer wieder Momente auftreten, in denen es unumgänglich ist, mit anderen, meist fremden Menschen, in einem Raum zu sein. Dennoch ist das Wohnen Luxus. Die Wohnung ist auch schon im Grundgesetz geschützt. Das unterstreicht die Notwendigkeit der abschließbaren Tür. Überspitzt gesagt, ist die Würde eines Menschen die eigene Wohnung. Selbst in einem Wohnheim für Behinderte gibt es seit einigen Jahren Projekte mit abschließbaren Türen und Wohngruppen, die den Charakter einer Wohnung haben. Auch so wird man auf die Zukunft vorbereitet. Mit allen Konsequenzen, das heißt, dass die Menschen dort auch selber aufräumen und putzen müssen.

Informationen zum Autor "Schossig":
Holger Schossig
E-Mail: mail(at)holger-schossig.de
Web: http://www.holger-schossig.de

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