Empanadas sind typisch für Mallorca und delikate Teilchen aus Teig
Meine gute Freundin Biggi hatte mich mit einem üblen Trick zu Ostern nach Mallorca gelockt. Das Zauberwort hieß „Empanadas“. Diese kleinen Teig-Teile sind mein Leib- und Magengericht, wenn ich auf der Insel bin. Besonders zu Ostern haben sie Tradition, denn dann werden sie mit einer besonderen Füllung versehen und sind einfach köstlich. Da ich gerne koche und schon immer mal Empanadas machen wollte, buchte ich spontan einen Flug.
Da ich allein reisen wollte, kamen weder eine Finca, eine Villa noch ein Ferienhaus für mich in Frage. Ich entschied mich für eine Ferienwohnung in der Nähe von Paguera. Mit schönem Blick, direktem Zugang zum Strand und Restaurants, die ich zu Fuß erreichen konnte, um gefahrlos einen Rotwein abends trinken zu können. Der Hausservice war total nett, pünktlich am Treffpunkt, die Wohnung sauber, alles bestens. Da sich ein Tennisclub in der Nähe befindet, packte ich meinen Alu-Schläger in den Koffer, denn nach dem Verzehr von Empanadas würde mir und meiner Figur ein bisschen Sport sicher gut tun.
Am Karfreitag machte ich mich mit dem Auto auf den Weg nach Manacor, wo Biggi ein kleines Haus auf dem Land besitzt. Ihr Lebensgefährte und dessen Mutter Franziska erwarteten mich schon sehnlichst. Nach dem Austausch zahlreicher Küsschen krempelte ich die Ärmel auf, um mich in die Geheimnisse der Empanada-Produktion einweihen zu lassen. Und so geht’s:
Ein Stückchen frische Hefe (so gut ein Zentimeter) wird mit etwas lauwarmem Wasser vermischt und kommt in eine riesige Tonschüssel. Ein Eigelb einrühren, danach eine Kaffeetasse Schweineschmalz. Erneut mischen. Zwei Tassen lauwarmes Wasser und eine Tasse Olivenöl dazu, wieder vermischen. Rund 1,5 Kilogramm Weizenmehl werden hinzugefügt und alles wird so lange geknetet und geklopft, bis ein homogener Teig entsteht.
An diesem Tag entwickelte ich sicher ein bisschen Oberarmmuskulatur, denn der Teig muss lange geknetet werden. Sagt Franziska. Und die muss es wissen. Danach ging es ans Formen der Empanadas. Ein Stück Teig in Eigröße (XXL-Ei) braucht man, um daraus eine Art Schüsselchen zu formen von rund zehn Zentimetern Durchmesser. Klein geschnittene Teile von Huhn und Schweinenacken (roh), rohe Erbsen, kleine Zwiebelstücke und Bauchfleisch verschwinden dann in der Öffnung. Die wird mit einem dünnen Deckel verschlossen. Die „Nähte“ müssen fest zugedrückt werden, damit sich die Empanadas im Ofen nicht öffnen. Ach so: Die Füllung mit Salz und Pfeffer vorher gut würzen.
Pedro schleppte nach gut einer halben Stunde das erste Tablett mit acht Empanadas in den Gasofen. Bei 180 Grad die erste Viertelstunde, danach die Temperatur reduzieren, so ließ ich mich belehren. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie das Haus duftete. Aus der Teigmenge formten wir so um die 20 runde Prachtstücke und verbrachten dann einen Teil des Nachmittags damit, gleich ein paar davon auf der Terrasse zu verdrücken. Fazit ist: Die Fahrt nach Mallorca zu Ostern hat sich gelohnt. Und nach ein paar Tagen im Tennis-Club von Paguera und Spaziergängen an den langen Stränden ging es auch mit den Pfunden wieder bergab.
Andrea Richter
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